Wie funktioniert eigentlich eine Alarmanlage? (Teil 2)
Nachdem ich hier die Grundzüge erläutert habe, welche Sensoren es bei einer Alarmanlage gibt und wie eine Alarmanlage gegen Sabotage geschützt wird, möchte ich im Folgenden noch über Anwesenheitserkennung, Sabotageschutz und Stromausfall sprechen.
Die hohe Kunst der Anwesenheitserkennung
Wichtig bei einer Alarmanlage ist, dass sie immer dann aktiviert ist, wenn ihr nicht zu Hause seid. Hierbei ist zu beachten, dass diese Anwesenheitserkennung ganz automatisch erfolgt. Denn: Die ersten paar Wochen wird man die Alarmanlage immer manuell aktivieren - aber irgendwann vergisst man es halt doch. Deshalb ist es so wichtig, dass sich die Alarmanlage ganz automatisch aktiviert. Nach meiner Erfahrung gibt es verschiedene Konzepte wie das funktioniert:
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Per Smartphone und GPS: Ihr tragt das Smartphone immer mit euch und das Smartphone weiß immer wo ihr seid. Was liegt also näher, als diese Informationen irgendwie abzugreifen und dann mit der Alarmanlage zu koppeln. Tatsächlich war das auch mein erster Gedanke. Das Problem ist, dass - zumindest ich - es bei Android nicht robust zum Laufen bekommen habe. Das Ergebnis ist dann, dass die Alarmanlage sich entweder nicht aktiviert hat, oder, dass ihr nach Hause kommt und es direkt einen Fehlalarm gibt, weil das Signal von Android erst 15 Minuten später kam, dass ihr wieder zu Hause seid.
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Mit Zahlenkombination neben der Tür: Ihr klebt neben die Tür ein Bedienpanel, das der Alarmanlagenhersteller mitgeliefert hat. Auf diesem Bedienpanel steht "Alarmanlage aktivieren". Wenn ihr das Haus verlasst, aktiviert ihr das Panel. Wenn ihr dann nach Hause kommt, habt ihr eine halbe Minute Zeit oder so, um einen speziellen Code in das Bedienpanel einzugeben. Dann weiß die Alarmanlage, dass ihr autorisiert seid und deaktiviert sich wieder. Das Problem bei dieser Lösung ist, dass es recht wenig komfortabel ist, nach Hause zu kommen, und dann erst einmal den Code einzugeben. Gerade wenn man beladen mit verschiedenen Einkaufstüten ist, vergisst man es und dann gibt es direkt einen Fehlalarm.
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Mit einem "Klicker": Das ist wie ein Autoschlüssel. Wenn ihr aus dem Haus geht, drückt ihr auf den Autoschlüssel und die Alarmanlage ist aktiviert, wenn ihr wieder nach Hause kommt, ist sie aktiviert. Aus meiner Sicht ist das schon ganz komfortabel, aber man muss wirklich daran denken und wenn man zu weit von der Alarmanlage entfernt ist, wirkt es nicht mehr.
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Mit einem Anhänger": : Das ist das System, das auch der Cleveralarm nutzt. Es gibt einen kleinen Anhänger und der sendet ein kleines Signal jede Sekunde. Die Alarmanlage schaut, ob sie dieses Signal sieht. Wenn das der Fall ist, ist sie deaktiviert. Sieht sie das Signal nicht, löst sie aus. Diese Variante hat den Vorteil, dass man den Anhänger nur in die Tasche oder den Schlüsselanhänger legen muss und sich dann um nichts kümmern braucht.
Weg von einer Scheinsicherheit zu einer realen Sicherheit
Wichtig bei Alarmanlagen ist, dass sie auch dann auslöst, wenn der Funk gestört ist. Denn ansonsten bietet die Alarmanlage eher eine Scheinsicherheit, denn Störsender gibt es leider für günstig Geld zu kaufen und die meisten smarten Alarmanlagen basieren zu 100% auf Funktechnologie.
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Günstig und wenig sicher: Am wenigsten sicher ist es meiner Meinung nach, wenn Sensoren (zum Beispiel ein Türkontakt) mittels einfach zu störender Funktechnik an die Alarmzentrale angebunden sind. Denn dann ist die Alarmanlage einigermaßen effektlos, wenn man einen Störsender nutzt. Viele günstige Alarmanlagen nutzen genau dieses Konzept. Leider.
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Besser aber leider zu teuer: Besser ist es, wenn der Sensor regelmäßig ein kleines Signal abgibt und die Alarmzentrale dann auslöst, wenn das Signal nicht mehr empfangen wird. Das Problem ist, dass bei die meisten Sensoren batteriebetrieben sind und das regelmäßige Senden aber batterieintensiv ist. Zwar kann man bessere Bauteile nutzen, damit das Senden weniger Strom verbraucht (so wie beim Cleveralarm Dongle), aber das erhöht dann automatisch die Kosten. Da es einen hohen Konkurrenzdruck gibt, ist das schwierig.
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Die Königsdisziplin: Die Königsdisziplin ist, die Sensoren zu verkabeln. Aber das bedeutet dann wieder, dass der Komfort sinkt und die Kosten deutlich höher werden, denn irgendwer muss ja die Kabel ziehen.
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Der Cleveralarm-Ansatz: Beim Cleveralarm ist Auslöseelektronik, Alarmzentrale und Sirene alles auf einer Platine. Das hat den Vorteil, dass kein Funkweg zwischen Sensor und Alarmzentrale ist. Deshalb wird nicht per Funkt mit der Alarmzentrale kommunziert. Will sagen: Wenn jemand mit einem Störsender kommt, dann wirst du ggf. nicht informiert ABER die Sirene löst in jedem Fall aus. Ich finde, dass das eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Niveau ist, das viele professionelle Alarmanlagenhersteller im "Smart-Home-Umfeld" bieten - von günstigen Anbietern ganz zu schweigen.
Darüber hinaus biete ich ein weiteres Feature an: Der Cleveralarm kann mit einem Sender ausgerüstet werden, der kontinuierlich ein kleines Signal sendet. Das Cleveralarm Funkmodul überwacht dann, ob dieses Signal wirklich kommt. Wenn das Signal nicht kommt, löst das Funkmodul automatisch aus. Dadurch, dass das Funkmodul eine sehr robuste Funktechnologie verwendet und der Störsender ein paar Meter vom Funkmodul entfernt ist, kann der Störsender das Signal nicht komplett blockieren und das Signal erreicht meine Server. Das nenne ich smarte Technik.
Was passiert bei Stromausfall oder WLAN-Ausfall?
Machen wir uns nichts vor, Stromausfall oder WLAN-Ausfall kommt vor. Und leider immer genau dann, wenn wir es gar nicht gebrauchen können. Günstige Alarmanlagen akzeptieren das einfach. Teurere Alarmanlagen haben dann eine kleine Batterie und ein Mobilfunksender an Bord. Die Batterie hält dann meistens für einen Tag. Das Problem ist, dass die Mobilfunkgebühren (SIM-Karte) meistens recht teuer sind.
Beim Cleveralarm habe ich das Cleveralarm Funkmodul entworfen. Das ist ein kleiner Kasten, der genau dann übernimmt, wenn Stromausfall ist oder das WLAN streikt. Das coole ist, dass das Funkmodul komplett batteriebetrieben ist und lange hält (mindestens ein Jahr). Das bedeutet: Kein Kabelsalat für euch sondern einfach ein kleiner Kasten, der sich um alles kümmert. Weiterhin nutze ich nicht das Mobilfunknetz sondern eine Technologie, die sich Lorawan nennt und in vielen großen Städten flächendeckend zur Verfügung steht. Lorawan hat für Alarmanlagen viele Vorteile: Es ist deutlich günstiger als Mobilfunk und hat eine sehr hohe Reichweite. Will sagen: Selbst bei einem Stromausfall von einem kompletten Stadtteil (ggf. ist Mobilfunk dann schon tot), würde Lorawan vermutlich noch funktionieren.